Fall: Kiener

Nachdem Herr Kiener am 28.10.2009 im Auftrag der Würzburger Staatsanwaltschaft wegen Verdacht auf Untreue und Betrugs verhaftet wurde, mehrten sich die Anfragen über ihn und seine Fonds. Vielen Anlegern und Vertriebsleuten erschien das Modell „Kiener“ als mehrfach geprüft durch die Bankenaufsicht. Dieser falsche Eindruck entstand, weil Herr Kiener und die Deutsche Bankenaufsicht in mehreren verwaltungsrechtlichen Verfahren darüber stritten, ob die von Herrn Kiener vertriebenen Kapitalanlagen der Aufsicht unterliegen. Das Verwaltungsgericht entschied, dass die Bankenaufsicht nicht für diese Kapitalanlagen zuständig ist. Durch diese Urteile war der Bankenaufsicht (Bafin) jede Chance genommen, die von Kiener vertriebenen Kapitalanlagen zu überprüfen.

Es gab keine positive Bewertung der Kapitalanlagen, weder von der Bankenaufsicht, noch von dem zuständigen Verwaltungsgericht.

Die Firma Fuchsgruber verfügt über eines der umfangreichsten und ältesten Archive über den Grauen Kapitalmarkt. Dieses Archiv wurde 2006 durch die Übernahme des kompletten DFI/Gerlach-Report Archives erweitert. Die Akte “Kiener“ umfasst dort mehrere Leitz-Ordner, die ein klares Bild von Herrn Kiener zeichnen. So empfahl Herr Kiener verschiedene Kapitalanlagen, die später in Strafverfahren und Verurteilung der Verantwortlichen endeten. Dieses war u. a. das Verfahren „Boston-Basel-Berlin- Investment Corporation“.

In weiteren Unterlagen bot Herr Kiener dem Vertrieb zu oben genanntem Produkt die Möglichkeit, die Provisionshöhe zu Lasten des Ertrags des Anlegers selbst zu bestimmen.

Warum eine Aktionsgemeinschaft?

Diese Aktionsgemeinschaft ist notwendig, um den Anlegern bewusst die Situation vor Augen zu führen und durch eine Gemeinschaft erst Stärke für den Einzelnen zu entwickeln. Generell werden Sie als Anleger in diesem Modell Unternehmer, da Ihr Geld wiederum u. a. in andere Unternehmen/Fonds investiert wurde. Dadurch werden Sie quasi Fondszeichner. Sie sind deshalb mit mindestens Ihrer Beteiligung in der Haftung. Vielen ist nicht bewusst, dass die einzelnen Fonds auch Kredite aufgenommen haben (Hebelgeschäfte) und somit Schulden bei anderen gemacht wurden, für die der Fonds, somit Ihre Einlage, jetzt haften. Oft warten die Anleger auf die Auflösung des Fonds, in der Hoffnung, ihr Auseinandersetzungsguthaben zu erhalten. Dass dies Null oder Negativ sein kann, ist vielen nicht bewusst. Im Insolvenz- bzw. Liquidationsfalle müssen erst alle Forderungen gegen den Fonds bezahlt sein, bevor Sie Geld zurück erhalten. Ganz klar: Sie stehen in einer mehr oder weniger langen Reihe als Letzter.

Hier entsteht der Eindruck, dass es einige Parallelen zwischen dem Fall Kiener und Phoenix gibt. Interessanterweise tauchen auch teilweise die gleichen Ehrenberufler auf.

Die Prüfung unserer Rechtsanwälte hat verschiedene Ansatzpunkte ergeben. Neben der Haftung der Treuhänder und anderer Verantwortlicher besteht auch die Möglichkeit, verschiedene Institutionelle in die Haftung zu nehmen. Bitte bedenken Sie, dass hier immer der Einzelfall geprüft werden muss.

Weitere Informationen zu der Arbeit der Aktionsgemeinschaft finden Sie hier.